Einleitung
Einführung in  
 Kompaktkameras
Technische Grundlagen
Vorteile der 
 Digitalfotografie
Schwarz-Weiss- 
 Digitalfotografie
Praktischer Einsatz  
 von Kompaktkameras
Erprobte Modelle
Bewertung von 
 Kompaktkameras
Einführung in  
 Spiegelreflexkameras
Vor- u. Nachteile v. 
 Spiegelreflexkameras
Adaptation von  
 Spiegelreflexkameras
Erprobung von  
 Spiegelreflexkameras
Bewertung von  
 Spiegelreflexkameras
Verwendung von  
 Elektronenblitzgeräten
Empfehlungen zur  
 Auswahl einer Kamera
Einführung in 
 Stacking-Software
Optische Steigerung 
 der Tiefenschärfe
Funktionsweise von 
 Stacking-Software
Erprobte Programme
Ergebnisse der  
 Software-Tests
Bewertung der  
 Stacking-Software
Einführung in  
 Astro-Filter
Getestete Astro-Filter
Ergebnisse  
 der Filtertests
Bewertung  
 der Astro-Filter
Einführung in  
 Ringartefakte
Beschreibung der 
 Ringartefakte
Physikalische Aspekte  
 von Ringartefakten
Schlussfolgerungen  
 über Ringartefakte
Großflächige Objekte
Literatur,  
 Quellennachweis
Eigene Publikationen 
 zur Mikroskopie
Links
Impressum, Kontakt
Erprobte Modelle

In eigener Anwendung haben sich im praktischen Einsatz folgende Kameras bestens bewährt, die daher beispielhaft erwähnt werden sollen:

1. Olympus Camedia C 7070:

  • Diese Bridge-Kamera verfügt über einen sehr leistungsfähigen Chip mit niedrigem Rauschen und guter Detailauflösung (7,1 Megapixel), kombiniert mit einem gut gerechneten Zoom-Objektiv mittlerer Verstellweite. Die Kamera lässt sich über einen Adapterring, der eigentlich zur Verwendung von Weitwinkel- und Telekonvertern vorgesehen ist, mit einem Promicron-Adapterring stabil am Gewinde eines 10-fach vergrößerndem Leitz-Periplan-Brillenträger-Okulars adaptieren. In gleicher Weise kann die Kamera über einen modifizierten Promicron-Adapterring, der in Einzelanfertigung herstellbar ist, an Leitz-/Leica-Vario-Fotookularen eingesetzt werden. In Verbindung mit einem Leitz-/Leica-FSA-Fototubus ist bei dieser Montur eine automatische Abgleichung der Schärfe zwischen binokularem Bild und Kameradisplay gewährleistet. Sämtliche Einstellungen (Belichtung, Entfernung, Belichtungskorrektur, ISO-Zahl, Weißabgleich) können manuell vorgenommen werden. Die Kamera ist mittels Infrarot-Fernauslöser erschütterungsfrei auslösbar. Über den vorhandenen Blitzschuh mit Mittenkontakt kann auch am Mikroskop Elektronenblitzfotografie betrieben werden (kürzeste Blitzsynchronisationszeit: 1/2000 Sek.!).
     
  • Von bewegten Objekten können bei guter Bildschärfe und exakter Belichtung auch in schwierigen Beleuchtungssituationen mit 15 Bildern pro Sekunde passable mikroskopische Filme erstellt werden. Die Länge der Filme wird nur durch die Kapazität der verwendeten Speicherkarte limitiert. Nährungsweise kann kalkuliert werden, dass pro Sekunde Film ein Megabyte benötigt wird. Die Filme werden im AVI-Format erstellt, sind daher wie herkömmliche digitale Videofilme mit entsprechender Software am PC bearbeitbar. Einzelbilder können als JPG-Aufnahmen am PC extrahiert werden.
     
  • Das Display der C 7070 ist schwenkbar und zeigt eine gute Qualität, so dass mit hinreichender Genauigkeit die Schärfe fokussiert werden kann. Mittels AV-Kabel kann alternativ im Vollbildmodus eine Übertragung auf einen PC-Bildschirm realisiert werden. In diesem Fall kann die Schärfe auch monitorkontrolliert fokussiert werden.

Adaptation der Olympus Camedia C-7070 an einem
Leitz / Leica Vario-Okular

  1 = Stutzen des Trinokulartubus (Leitz / Leica FSA-Tubus)
  2 = Vario-Okular mit Drehfassung zur Vergrößerungswahl
3 = X-Synchronkabel zur entfesselten Blitzlichtauslösung
        4 = Promicron-Adapterringscheibe (Sondermaß 45mm / 52mm)
  5 = Einschraubbarer Kameraadapter für Converter (52mm)
6 = Anschlusskabel für Netzadapter                                      

 

2. Canon Powershot A 95, S 70, S 80:

  • Die Powershot A 95 kann über einen Adapter zur Aufnahme von Weitwinkel- und Telekonvertern mit Gewindedurchmesser 52 mm in analoger Weise an den vorerwähnten Fotookularen adaptiert werden, wie vorstehend beschrieben. Die Auflösung des Bildes liegt bei dem hier verwendeten 5 Megapixel-Chip etwas niedriger als bei der C 7070; auch das über AV-Kabel an einem Monitor erhältliche Vollbild steht demjenigen der C 7070 ein wenig nach. Dennoch lassen sich auch mit der Powershot A 95 im passabler Qualität Mikrofotos erstellen. Auch diese Kamera verfügt über einen der C 7070 vergleichbaren Video-Modus, wobei allerdings die Video-Aufnahmen der C 7070 im direkten Vergleich eine etwas bessere Durchzeichnung zeigen.
     
  • Ebenso wie bei der C 7070 sind auch bei der Powershot A 95 alle relevanten Aufnahmeparameter manuell einstellbar. Eine direkte erschütterungsfreie Auslösung der Kamera kann allerdings nur PC-gestützt erfolgen, wenn die Kamera mittels USB-Kabel mit dem PC verbunden wird und spezielle Steuerungs-Software (Capture-Software) verwendet wird. Eine Capture-Software von Fa. Canon gehört zum Lieferumfang, alternativ können auch komfortablere Programme von Fremdherstellern (z. B. Breeze-Capture) verwendet werden.
     
  • Ansonsten können erschütterungsfreie Auslösungen über den vorhandenen Selbstauslöser erfolgen. Eine direkte Fernauslösung, wie bei der C 7070, ist nicht möglich.
     
  • Da kein externer Blitzkontakt zur Verfügung steht, kann ein Elektronenblitz zur Blitzlichtfotografie nur als Slave-Blitz ausgelöst werden, wenn der in die Kamera integrierte Blitz bei der Mikroaufnahme eingeschaltet bleibt.
     
  • Die Modelle der Powershot S-Serie, z.B. Powershot S 70 und S 80, können in ähnlicher Weise wie vorbeschrieben verwendet werden, wobei der kameraseitige Adapter als Klemm-Adapter ausgelegt ist, der am Stativgewinde verschraubt wird. Die S 70 verfügt im Unterschied zur S 80 über eine Infrarot-Fernauslösung; die S 80 bietet einen Videomodus mit 30 Bildern pro Sekunde. Die Auflösung beider Kameras liegt mit 7 bzw. 8 Megapixeln etwas höher als die der A 95.
     
  • Auf Grund ihres geringen Eigengewichtes können die Powershot A 95 bzw. S 70 / 80 in Kombination mit einem 10-fach vergrößernden Fotookular (z.B. Leitz/Leica Periplan GF-Brillenträger-Okular oder Promicron-Fotookular) auch mit guten Resultaten an Stereo- und Labormikroskopen mit Binokulartubus betrieben werden, wenn der Tubusstutzen eines der beiden Beobachtungs-Okulare hierfür verwendet wird. Zwecks Vermeidung von auslösungsbedingten Erschütterungen sollte bei manueller Betätigung des Auslösers vorzugsweise mit Selbstauslöser gearbeitet werden.

Adaptation einer Canon Powershot A 95 an einem Promicron Foto-Okular

                       1 = Stutzen des Trinokulartubus (Leitz / Leica FSA-Tubus)
       2 = Monokularer Okularstutzen für Foto-Okulare
3 = Promicron-Foto-Okular für Normstutzen
          4 = Promicron-Adapterringscheibe (28mm / 52 mm)
               5 = Ansetzbarer Kameraadapter für Converter (52 mm)

 

3. Casio Exilim EX-Z 110:

  • Diese ultraleichte und absolut erschütterungsfrei auslösende Kompaktkamera verfügt über einen gut zeichnenden 6 Megapixel-Sensor. Das Objektiv dieser Kamera ist so gerechnet, dass eine brauchbare Adaptation der Kamera mittels einfachen mechanischen Digitalkamera-Adaptern möglich ist. Unvermeidbare verbleibende zentrier- und achsenbezogene Ausrichtungsfehler werden von dieser Kamera erstaunlich gut toleriert. Auch bei dieser Kamera sind alle relevanten Einstellungsfunktionen manuell steuerbar. Wie bei der Olympus C 7070 steht auch hier ein Netzteil zur externen Stromversorgung zur Verfügung.
     
  • Die Kamera verfügt über keine Möglichkeit der erschütterungsfreien Direktauslösung, weshalb hier mit dem Selbstauslöser gearbeitet werden muss. Wie bei der Powershot A 95 ist auch bei dieser Kamera kein Blitzkontakt vorhanden, weshalb ein Elektronenblitz nur über dem integrierten Kamerablitz im Slave-Modus gezündet werden kann.
     
  • Der besondere Reiz der Casio-Kamera liegt in den Filmqualitäten. Die Kamera ist in der Lage, in Fernsehnorm-Qualität Video-Clips beliebiger Länge mit 30 Bildern pro Sekunde aufzunehmen. Zusätzlich verfügt die Kamera im Video-Modus über eine automatische Helligkeitsanpassung, welche bei niedriger Beleuchtungsstärke in sehr differenzierter Weise die Helligkeit des erhältlichen Films nachverstärkt. Daher können mit dieser Kamera auch bei schwachen Beleuchtungsstärken, z. B. bei hohen Vergrößerungen im Dunkelfeld, exakt belichtete Filme in guter Qualität erstellt werden.
     
  • Diese Filme sind im AVI-Format hinterlegt, so dass beliebige Nachbearbeitungen und bedarfsweise Extraktionen von Einzelbildern möglich sind. Mit einer 1-Gigabyte-Speicherkarte lassen sich bei dieser Kamera etwa 12 Minuten Film aufnehmen.

Adaptation einer Casio EX-Z 110 mittels mechanischem Klemmadapter
an einem monokularen Geradtubus mit Fotookular 10x

 

Copyright: Jörg Piper, 2007