Einleitung
Einführung in  
 Kompaktkameras
Technische Grundlagen
Vorteile der 
 Digitalfotografie
Schwarz-Weiss- 
 Digitalfotografie
Praktischer Einsatz  
 von Kompaktkameras
Erprobte Modelle
Bewertung von 
 Kompaktkameras
Einführung in  
 Spiegelreflexkameras
Vor- u. Nachteile v. 
 Spiegelreflexkameras
Adaptation von  
 Spiegelreflexkameras
Erprobung von  
 Spiegelreflexkameras
Bewertung von  
 Spiegelreflexkameras
Verwendung von  
 Elektronenblitzgeräten
Empfehlungen zur  
 Auswahl einer Kamera
Einführung in 
 Stacking-Software
Optische Steigerung 
 der Tiefenschärfe
Funktionsweise von 
 Stacking-Software
Erprobte Programme
Ergebnisse der  
 Software-Tests
Bewertung der  
 Stacking-Software
Einführung in  
 Astro-Filter
Getestete Astro-Filter
Ergebnisse  
 der Filtertests
Bewertung  
 der Astro-Filter
Einführung in  
 Ringartefakte
Beschreibung der 
 Ringartefakte
Physikalische Aspekte  
 von Ringartefakten
Schlussfolgerungen  
 über Ringartefakte
Großflächige Objekte
Literatur,  
 Quellennachweis
Eigene Publikationen 
 zur Mikroskopie
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Schwarz-Weiss-Digitalfotografie

Wie vorstehend ausgeführt, sind die Pixel auf handelsüblichen Kamera-Chips den drei Grundfarben entsprechend nach dem sog. Bayer-Muster angeordnet (je 25 % der Pixel für Rot und Blau, 50 % für Grün). In speziellen Situationen, bei denen eine Farbfotodokumentation nicht erforderlich erscheint, können Auflösung und Konturschärfe durch eine Fotografie im Schwarzweiß-Modus verbessert werden. Zu diesem Zweck sollte  das mikroskopische Bild zweckmäßigerweise im Grünlicht beleuchtet werden. Dies kann gewährleisten, dass immerhin 50 % der vorhandenen Pixel auf direktem Wege angesteuert werden und zur Bildentstehung beitragen. Interpolationen beziehen sich folgerichtig in diesem Fall nur noch auf die verbleibenden sonstigen 50 % der vorhandenen Pixel. Zusätzlich können Kontraststeigerungen und Verbesserungen der Konturschärfe erreicht werden, wenn die Schwarzweiß-Aufnahme unter Einschaltung eines elektronischen Grünfilters vorgenommen wird. Diese Einstellmöglichkeiten sind beispielsweise in einigen digitalen Kameras von Canon realisiert.

Speziell in Fällen, bei denen das mikroskopische Bild dominierend aus Rot- oder Blautönungen besteht – dies ist bei vielen histologischen und bakteriologischen Routinefärbungen der Fall –, kann durch die Konversion in ein Grünbild und Aufnahme im Schwarzweiß-Modus die Anzahl der direkt zur Bildentstehung beitragenden Pixel näherungsweise verdoppelt werden. Hinzu kommt, dass die visuelle Erkennbarkeit von Tonwertdifferenzen im Grünlicht maximiert ist, da das menschliche Auge im Grünlicht eine besonders hohe Empfindlichkeit besitzt, feine Kontrast- und Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen. Weiterhin werden ggf. vorhandene Farbrestfehler der jeweiligen Optik (chromatische Aberration) bei monochromatischer Beleuchtung ausgeschaltet. Unter diesen Aspekten kann auch bei der direkten mikroskopischen Objektbeobachtung die visuell erhältliche Information bei monochromatischer Grünlichtbeleuchtung verbessert sein. Zusätzlich ergibt sich eine optimierte Bildqualität, da mikroskopische Objektive (auch einfach gerechnete Achromate) hinsichtlich ihrer optischen Auslegung in der Regel für Grünlicht optimiert sind.

Die folgende Bildserie veranschaulicht exemplarisch die bestehenden Kontrastierungsmöglichkeiten in Abhängigkeit von monochromen Techniken am Beispiel eines histologischen Routinepräparates, welches in Rot- und Blautönen gefärbt ist (Embryonaler Knorpel, Objektiv 40, Okular 10x). Zunächst wurde eine digitale Aufnahme im konventionellen Weißlicht angefertigt (ungefilterter Elektronenblitz). Anschließend wurde die selbe Aufnahme unter Verwendung eines monochromatischen Grünfilters in Blitzlichtbeleuchtung wiederholt. Zuletzt wurde eine Konvertierung des Grünlichtbildes in ein Schwarz-Weiß-Bild vorgenommen.
 

 

 

Embryonaler Knorpel, Mausembryo, Objektiv Plan 40x, Okular 10x, Elektronenblitz,
Olympus Camedia C-7070, adaptiert an ein Leitz/Leica-Vario-Okular,
ungefiltertes Licht (oben),
monochromatisches Grünlicht, 540 nm (Mitte),
Schwarz-Weiß-Bild (unten)

 Copyright: Jörg Piper, 2007