Einleitung
Einführung in  
 Kompaktkameras
Technische Grundlagen
Vorteile der 
 Digitalfotografie
Schwarz-Weiss- 
 Digitalfotografie
Praktischer Einsatz  
 von Kompaktkameras
Erprobte Modelle
Bewertung von 
 Kompaktkameras
Einführung in  
 Spiegelreflexkameras
Vor- u. Nachteile v. 
 Spiegelreflexkameras
Adaptation von  
 Spiegelreflexkameras
Erprobung von  
 Spiegelreflexkameras
Bewertung von  
 Spiegelreflexkameras
Verwendung von  
 Elektronenblitzgeräten
Empfehlungen zur  
 Auswahl einer Kamera
Einführung in 
 Stacking-Software
Optische Steigerung 
 der Tiefenschärfe
Funktionsweise von 
 Stacking-Software
Erprobte Programme
Ergebnisse der  
 Software-Tests
Bewertung der  
 Stacking-Software
Einführung in  
 Astro-Filter
Getestete Astro-Filter
Ergebnisse  
 der Filtertests
Bewertung  
 der Astro-Filter
Einführung in  
 Ringartefakte
Beschreibung der 
 Ringartefakte
Physikalische Aspekte  
 von Ringartefakten
Schlussfolgerungen  
 über Ringartefakte
Großflächige Objekte
Literatur,  
 Quellennachweis
Eigene Publikationen 
 zur Mikroskopie
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Vor- u. Nachteile v. Spiegelreflexkameras

Unter technischem Aspekt ist als grundsätzlicher Vorteil dieser Kameras zu werten, dass die Größe der Bildsensoren (Chips) i.d.R. deutlich über denjenigen Chips liegt, die in handelsüblichen Kompakt- und Bridge-Kameras verwendet werden.

Sofern daher ein Maximum an technisch realisierbarer Bildauflösung, ein Maximum an Lichtempfindlichkeit (hohe ISO-Werte) und ein Minimum an Bildrauschen und anderen Artefakten gefordert wird, sollte unter Aspekten der Chiptechnologie eine digitale Spiegelreflex-Kamera bevorzugt werden.

Andererseits verfügen sämtliche Spiegelreflex-Kameras über eine deutlich erschütterungsträchtigere Auslösung. Ein erster Erschütterungsimpuls entsteht bei normaler Auslösung einer solchen Kamera durch das Schwingen des Spiegels; zwei weitere Erschütterungswellen werden durch den ersten und zweiten Verschlussvorhang des jeweiligen Schlitz- oder Lamellenverschlusses verursacht.

Die Erschütterung des Spiegels kann kompensiert werden, wenn mit Spiegelvorauslösung gearbeitet wird. Hierbei ist der Auslöser der Kamera zweimal zu betätigen. Ein erstes Niederdrücken des Auslösers veranlasst die Bewegung des Spiegels zur Freigabe des Lichtweges; erst bei nochmaliger Auslösung wird der Kameraverschluss betätigt. Erschütterungen, welche durch den Verschlussvorgang selbst ausgelöst werden, bleiben auch bei Spiegelvorauslösung bestehen.

In der Mikrofotografie wirken sich vor allem bei mittleren und hohen Vergrößerungen schon geringgradige Erschütterungen der Kamera bzw. des Mikroskopes nachhaltig auf das Bild aus, welches durch auslösungsbedingte Verwacklungsunschärfen bis zur völligen Unbrauchbarkeit verändert werden kann.

Aus diesem Grund ist einer geeigneten Adaptation einer Spiegelreflex-Kamera erheblich mehr Aufmerksamkeit zu widmen, als bei Verwendung einer digitalen Kompakt-Kamera, welche in aller Regel praktisch erschütterungsfrei auslöst.

Aus dieser Problematik ergibt sich auch der besondere Stellenwert der Elektronenblitz-Fotografie bei Verwendung einer digitalen Spiegelreflex-Kamera, da sich mittels Elektronenblitz die kürzest möglichen Belichtungszeiten realisieren lassen. Daher ist ein Elektronenblitz neben einer geeigneten Kameraadaptation das wichtigste Hilfsmittel, um bei Verwendung einer Spiegelreflex-Kamera etwaige Verwacklungen zu vermeiden, sofern der Verschluss der Kamera zur Belichtung des Bildes verwendet werden soll.

Auf andere Weise können systembedingte Verwacklungsgefahren bei Verwendung einer Spiegelreflex-Kamera am Mikroskop ausgeschaltet werden, wenn das Mikroskop selbst über einen eigenen erschütterungsfreien Zentralverschluss verfügt und das digitale Spiegelreflex-Gehäuse lediglich als “Chipträger” dient. In diesem Fall kann die Kamera auf Langzeitbelichtung (“B” bzw. “Bulb”) gestellt werden; nach Abklingen sämtlicher Erschütterungen kann in einem zweiten Schritt die Belichtung der Aufnahme über den erschütterungsfrei gelagerten Zentralverschluss des Mikroskopes erfolgen.

Als Beispiel einer geeigneten Apparatur mit erschütterungsfreiem Zentralverschluss wird im Folgenden die Leitz / Leica Systemkamera Combiphot Automatik gezeigt. Diese wurde entwickelt, um analoge Leitz / Leica Kameras über ihre jeweilige Bajonettfassung an einem trinokularen Fototubus zu adaptieren. Sofern eine solche Einrichtung zur Verfügung steht, kann über geeignete Adapter anstelle des Leitz / Leica-Kameragehäuses auch ein digitales Spiegelreflexgehäuse, z.B. aus der Canon EOS-Serie verwendet werden. Das Kameragehäuse ist drehbar gelagert; die Kontrolle des Bildausschnitts erfolgt über den Kamerasucher. Die Belichtung wird automatisch ermittelt. Zur Bildauslösung wird zunächst der Verschluss der Kamera geöffnet, anschließend erfolgt die Belichtung durch Betätigen des Zentralverschlusses.
 

 

 

 

 

Aufsatzkamera “Combiphot Automatik”

1 = Klemmfassung
2 = Zentralverschluss mit Drahtauslöser-Gewinde
3 = Anschlusskabel des Steuerpultes für Belichtungsmessung
     und Bildauslösung
4 = Leitz / Leica-Bajonett

 

 

 Copyright: Jörg Piper, 2007